Anzahl der Bezirksbeamten soll verdoppelt werden

Entscheidend für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ist die Präsenz vor Ort und schnelle Einsatzreaktionszeiten der Polizei. Exakt 12:42 Minuten benötigten die Beamten in Hamm im Jahr 2016 durchschnittlich, um ihr Ziel zu erreichen, wenn sie von Bürgern zur Hilfe gerufen wurden. Landesweit ist das einer der besten Werte. Das liegt auch an der hervorragenden Aufstellung der Hammer Polizei.

„Ich bin deshalb froh, dass der Polizeipräsident deutlich gemacht hat, dass es keine Pläne zur Schließung der Wache in Bockum-Hövel gibt“, so der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Marc Herter: „Alles andere wäre nicht nur unverständlich, sondern auch das absolut falsche Signal für den größten Hammer Stadtbezirk. Wir brauchen mehr Polizei vor Ort nicht weniger.“ Die Arbeitszeitverordnung für die Polizei wie auch die Frage des Umgangs mit den Rüstzeiten befinde sich in der Abstimmung mit den Polizeigewerkschaften: „Ich gehe davon aus, dass wir eine für die polizeilichen Erfordernisse wie für die Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen gute Regelung hinbekommen. Der Gesundheitsschutz der Beamten hat dabei eine besonders hohe Priorität“, bekräftigt er.

Auch der Landtag NRW beschäftigte sich am 06.04.2017 mit dem Thema ‚Polizeistärke‘. Auf Antrag der oppositionellen CDU sollen zukünftig mehr Polizeibeamte für die Landratsbehörden zur Verfügung stehen. Dazu fordern die Christdemokraten eine Ergänzung der „Belastungsbezogenen Kräfteverteilung“ (BKV) um einen Flächenansatz. „Hamm würde mit dem CDU-Konzept dramatisch Polizeistellen verlieren. Ein solcher Kahlschlag wäre unverantwortlich“, urteilt Herter: „Es hat nichts mehr mit politischer Glaubwürdigkeit zu tun, dass an jeder Straßenecke in Hamm ein CDU-Plakat ‚Mehr Polizei‘ fordert und die gleiche CDU im Landtag den Abzug von Stellen aus Hamm beantragt.“ Tatsächlich ergeben die Berechnungen, dass schon bei nur 5% Flächenansatz 7 Polizeibeamte weniger in Hamm zur Verfügung stünden, bei 20% Flächenansatz stünden sogar 27 Beamte auf dem Spiel.

„Es reicht eben nicht aus, eine zu kurze Decke von links nach rechts zu ziehen. Die Decke muss größer werden. Das heißt: Wir brauchen mehr Polizeibeamte, nicht nur den Ersatz der in den Ruhestand gehenden Kollegen“, wird Herter konkret, was es um die Pläne der SPD für die Zukunft der Polizeipräsenz vor Ort angeht: „Wir werden deshalb die Anzahl der Polizisten vor Ort, der sogenannten Bezirksbeamten, verdoppeln und dazu landesweit 2.300 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten einstellen.“ Der Vorteil: Über die Verteilung als Sockelstellen auf je 10.000 Einwohner würde eine solche Verdopplung 1:1 auch in Hamm ankommen. Das bedeutet 17 zusätzliche Polizeistellen. So viele Bezirksbeamte gibt es aktuell.

„Wir wollen bei der Neueinstellung von Kommissaranwärtern bis an die Grenze der Ausbildungskapazität der Polizei NRW gehen. Jeder Polizist, der pensioniert wird, wird durch einen neu ausgebildeten ersetzt. Darüber hinaus werden wir schnellstmöglich eine Ausweitung der Ausbildungskapazitäten unter Beibehaltung der derzeit angewandten Qualitäts- und Verwendungsstandards in Angriff nehmen.“
Programm der CDU NRW

„Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hängt ganz wesentlich von der Sichtbarkeit und Ansprechbarkeit der Polizei vor Ort ab. Deshalb werden wir die Polizeipräsenz in unseren Quartieren erhöhen, indem wir die Zahl der Bezirksbeamten verdoppeln und mit einer Verlagerung von Verwaltungsaufgaben mehr Vollzugsbeamte auf die Straße bringen. Die hohen jährlichen Einstellungszahlen bei Polizei und Justiz werden wir verstetigen: Jedes Jahr werden mindestens 2.300 Polizeianwärterinnen und Polizeianwärter neu eingestellt. Mit der zusätzlichen Verdoppelung der Anzahl der Bezirksbeamtinnen und -beamten von derzeit 1.700 auf 3.400 wird die Polizeistärke auf über 42.500 Beamtinnen und Beamte angehoben.“
NRWPlan der NRWSPD